Historischer Rückblick

Ende des 19. Jahrhunderts hatte jede Gemeinde eine Feuerwehr, für die der Bürgermeister verantwortlich war. Auch in Dromersheim gab es zu diesem Zeitpunkt noch eine Pflicht-Feuerwehr, aus der sich erst 1899 eine Freiwillige Feuerwehr entwickelte. Diese wurde offiziell am 15. Oktober 1899 gegründet.

Aus der Chronik kann man folgende Tagesordnungspunkte der Gründungsversammlung entnehmen:

1. Annahme der Satzung 2. Wahl der Chargen 3. Ernennung des Adjudanten, der Zeugmeister und der Signalisten

Alle derzeitigen Feuerwehrmänner waren anwesend, die neue Satzung wurde einstimmig angenommen. Die Männer der ersten Stunde der Freiwilligen Feuerwehr Dromersheim waren:

Brisbois, Johann-Josef; Branddirektor
Pfeifer, Wilhelm; Oberbrandmeister
Dickescheid, Valentin; Brandmeister
Breivogel, Josef; 1. Spritzenmeister
Jox, Johann-Baptist; 2. Spritzenmeister
Desoy, Peter; 3. Spritzenmeister
Schäfer, Wilhelm; 1. Steigerführer
Kreis, Georg; 2. Steigerführer

Ernannt wurden vom Branddirektor:

Hartmann, Anton-Josef; zum Adjutant
Pfeifer, Franz; zum Signalist
Ridger, Peter-Jakob; zum Zeugmeister
Hartmann, Peter; zum Signalist
Huber, Jakob; zum Signalist

Am 4. Februar 1900 richtete man die Kasse ein. Als finanzielle Grundlage des neuen Vereins diente ein Darlehen in Höhe von 20 Mark, rückzahlbar bis Ende des Jahres.

Im November 1903 fand erstmals ein Feuerwehrball in Uniform statt.

Wie in anderen Vereinen gab es auch in der Geschichte der Feuerwehr bessere und schlechtere Zeiten. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben und erst am 3. März 1919 konnte die erste Nachkriegsgeneralversammlung mit Neuwahl eines Kommandos stattfinden.

1929 entsprach die Zahl der aktiven Feuerwehrleute nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen, so dass „Pflicht-Feuerwehrmänner“ herangezogen werden mussten.

1933 schaffte man eine Feuerwehrfahne an, die 1934 mit einem großen Fest eingeweiht wurde. Diese konnte 1939 nur mit einem vorgetäuschten Einbruch-Diebstahl vor der Beschlagnahmung gerettet werden. In den folgenden Jahren des Dritten Reiches galten für die Feuerwehr besondere Bestimmungen.

Am 18. Mai 1938 setzte die Kreisleitung den Kommandanten Peter Christian ab, weil er sich mit der Feuerwehr beim Abholen des Bischofs in Uniform beteiligt hatte, was untersagt gewesen war (nach Kriegsende übernahm Christian wieder die Führung der Wehr bis 1954). Die Teilnahme am Bischofsempfang war der akute Anlass, die Hintergründe lagen tiefer. Der Feuerwehr wurde zum Beispiel erhebliche "Mitschuld" am katastrophalen Wahlergebnis vom 10.04.1938 unterstellt.
Nachfolger wurde Philipp Huber, welcher aber schon nach ca. einem Jahr des Amtes enthoben, und gegen ihn ein Parteigerichtsverfahren eingeleitet wurde. Unter seiner Leitung fand eine einzige Versammlung am 30.04.1939 statt. Unmittelbar danach traten Anfang Mai 1939 22, meist altgendiente Männer, ohne Angabe von Gründen aus der Feuerwehr aus. Ihnen wurde "Ungehorsam im Feuerwehrpolizeidienst, verabredete Aktion und Meuterei" vorgeworfen und die Entlassung aus der Feuerwehr, Zuordnung zur Pflichtfeuerwehr unter Strafe angedroht.
Mit Schreiben vom 15.05.1939 wurde das Parteimitglied Josef Brisbois mit sofortiger Wirkung vom Kreisfeuerwehrführer Trapp mit der Führung der Wehr beauftragt (Brisbois war am 12.05.1934 aus der Wehr ausgeschlossen worden). Brisbois wurde später, trotz beantragter Freistellung durch Bürgermeister Redhardt, zur Wehrmacht eingezogen und wird seit Januar 1943 in Stalingrad vermisst.
Unter Kommando von Josef Breivogel II wurde nach dem Einzug von Josef Brisbois eine Feuerwehr aus älteren Männern und Jugendlichen gebildet, die u.a. auch nach Bombenangriffen in Bingen eingesetzt wurde und bis 1947 bestand.

Am 1. Januar 1955 trat Jakob Petry die Nachfolge von Peter Christian als Kommandant an.

Vom 12. Bis 14. Juli 1975 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen. Mit zwei Tanzveranstaltungen, einer Schauübung und einem Nachmittag mit befreundeten Wehren wurde das Fest ein voller Erfolg und das Festzelt auf dem Schulhof war Anlaufpunkt für viele Dromersheimer Bürger.

Nach Erreichen der Altersgrenze übergab Jakob Petry am 14. Oktober 1980 das Kommando an Klaus Worf. Dieser leitete die Wehr über 26 Jahre.

Die 90-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Dromersheim fand im Juni 1989 statt. Neben einem Festkommers unter Mitwirkung der Ortsvereine und einer Tanzveranstaltung war die große Schauübung der Binger Wehren hierbei eine herausragende Attraktion.

Ein großes Ereignis für die Dromersheimer Feuerwehr war 1991 die Anschaffung eines neuen Mercedes-Fahrzeugs (TSF), die entsprechend festlich gefeiert wurde.

Seit dem 5. März 1996 unterstütz der Förderverein „Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Bingen-Dromersheim e.V.“ die Projekte der Feuerwehr. Über die materielle, ideelle und kameradschaftliche Förderung hinaus verleiht der Förderverein das selbst entworfene Dromersheimer Ortswappen in Bronze, Silber und Gold. Erster Vorsitzender: Klaus Worf, Zweiter Vorsitzender: Manfred Tischleder.

Im März 1997 fand der größte Jahresausflug statt, den die Dromersheimer Feuerwehr bisher veranstaltet hat. 92 Personen (auch „Nicht-Feuerwehrleute“) besuchten gemeinsam sieben Tage lang die Weltstadt Rom und erlebten unvergessliche Tage.

1997 nahmen die Dromersheimer Feuerwehrmänner an einem Feuerwehrmarsch in Bingen-Kempten teil und gewannen bei der Rallye rund um die Tätigkeiten einer Feuerwehr den begehrten Wanderpokal.

1999 wurde für die Feuerwehr ein ganz besonderes Jahr, feierte man doch sein 100-jähriges Bestehen. Vom 13. Bis 15. Mai organisierte die Feuerwehr unter der regen Mitwirkung vieler anderer Ortsvereine wie der Katholischen Kirchenmusik, dem Carnevalsverein, den Tanzgruppen des Sportvereins, dem Männergesangsverein und den Landfrauen eines der größten Feste, das es in Dromersheim in den letzten Jahren gegeben hatte. 6000 bis 7000 Besucher besuchten das große Festzelt, um dieses wichtige Jubiläum gemeinsam zu feiern. Höhepunkt war sicherlich der Große Zapfenstreich der Binger Wehren gemeinsam mit der Katholischen Kirchenmusik am Samstagabend.

Bemerkenswert: Den finanziellen Erlös dieser Festtage investierten die Dromersheimer Feuerwehrleute in ein neues Iveco Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser, das sie nur aus eigener Kraft und mit Hilfe der Stadt und eines Zuschusses des Landes finanzierten.

2002/2003: Mit einer selbst entworfenen Medaille in Bronze, die das alte Dromersheimer Ortswappen trägt, wurden zum ersten Mal die Feuerwehrleute geehrt, die seit über 15 Jahren aktiv waren.

Betrachtet man die Liste der Dromersheimer Kommandanten seit Gründung im Oktober 1899, fällt besonders auf, dass alle Wehrführer über viele Jahre hinweg ihr Amt bekleideten und so eine sehr kontinuierliche und verlässliche Führungsarbeit gewährleisteten. Hier sind alle auf einen Blick:

1899 Johann-Josef Brisbois 1911 Gustav Maurer 1926 Peter Christian 1938 Philipp Huber 1939 Josef Brisbois 1947 Peter Christian, 40 Jahre aktiv und 20 Jahre Kommandant 1955 Jakob Petry, 40 Jahre aktiv und 25 Jahre Kommandant 1980 Klaus Worf, seit 35 Jahren aktiv, 26 Jahre Kommandant 2007 Peter Schäfer Regelmäßige Aktivitäten des Vereins: * 20 bis 25 Übungen im Jahr * 10 bis 20 Einsätze im Jahr * Regelmäßige Teilnahme an den Jubiläumsfestlichkeiten anderer Feuerwehren * Jugendfeuerwehr ab 12 Jahre * Einmal jährlich bekommt die "Dino Gruppe" des Kindergartens von der Feuerwehr eine Einweisung in den vorbeugenden Brandschutz * Die Feuerwehr pflegt und reinigt den Brandweiher und dessen Umgebung * Regelmäßige Teilnahme an den örtlichen Festlichkeiten, zum Beispiel begleitet die Feuerwehr die kirchlichen Prozessionen, trägt den Himmel und begleitet den St. Martins-Umzug.